Was sind verifizierbare Nachweise? Ein Leitfaden für Bildung und HR.

Ein verifizierbarer Nachweis ist ein Zertifikat in digitaler Form, das die ausstellende Organisation kryptografisch signiert. Die Inhaberin bewahrt ihn in einer digitalen Wallet auf und zeigt ihn bei Bedarf vor. Wer ihn erhält, kann in Sekunden und ohne Rückfrage bei der Ausstellerin prüfen, dass er echt, unverändert und noch gültig ist.

Aktualisiert · SAPIO GmbH

So funktioniert ein verifizierbarer Nachweis

Die Ausstellerin beschreibt eine Leistung als strukturierte Daten (wer, was, wann, von wem) und signiert sie mit einem Schlüssel der Institution. Der signierte Nachweis wird an die Inhaberin übermittelt, die ihn in einer Wallet-App auf dem Smartphone speichert.

Bei einer Bewerbung zeigt sie den Nachweis vor, meist per QR-Code. Die Software der prüfenden Stelle kontrolliert die Signatur anhand der veröffentlichten Identität der Ausstellerin und fragt den Widerrufsstatus ab. Das Ergebnis liegt sofort vor.

Warum das für Institutionen zählt

Studiensekretariate bestätigen regelmässig Zeugnisse für Arbeitgeber und andere Hochschulen. Mit verifizierbaren Nachweisen geschieht diese Bestätigung automatisch, und die Institution bleibt die massgebliche Quelle.

Gefälschte PDFs und bearbeitete Notenblätter verlieren ihre Wirkung: Ein veränderter Nachweis passt nicht mehr zu seiner Signatur.

Die Standards dahinter

Interoperabilität entsteht durch offene Standards, nicht durch einen einzelnen Anbieter. In Europa und der Schweiz zählen heute:

  • SD-JWT VC: das Nachweisformat, mit gesalzenen Hashwerten für die selektive Offenlegung.
  • OpenID4VCI und OpenID4VP: Protokolle der OpenID Foundation für Ausstellung und Vorweisen.
  • Identität der Ausstellerin: ein dezentraler Identifikator wie did:webvh in der eigenen Domain oder Vertrauenslisten eines Ökosystems.
  • European Learning Model (ELM): das EU-Vokabular für Lernleistungen, genutzt von Europass Digital Credentials.

Verifizierbare Nachweise sind keine Blockchain

Verifizierbare Nachweise brauchen keine Blockchain. Signaturen und Statuslisten werden über das Web veröffentlicht. SAPIO verwendet keine Blockchain, keine Tokens und keine Kryptowährung.

Was eine Institution für den Start braucht

Eine Nachweisdefinition (Felder, Gültigkeit, Gestaltung), eine Ausstelleridentität, eine Plattform zum Ausstellen und Verfolgen sowie einen kurzen Test mit echten Lernenden. Mit SAPIO dauert ein erster Pilot in der Regel vier Wochen bis zur produktiven Ausstellung.

Fragen

Ist ein verifizierbarer Nachweis dasselbe wie ein PDF mit QR-Code?

Nein. Ein QR-Code auf einem PDF führt meist zu einem Portal der Ausstellerin, das online bleiben muss. Ein verifizierbarer Nachweis trägt seinen kryptografischen Beweis selbst und wird gegen den veröffentlichten Schlüssel geprüft.

Wem gehört ein verifizierbarer Nachweis?

Die Inhaberin bewahrt ihn in ihrer eigenen Wallet auf und entscheidet, wann sie ihn teilt. Die Ausstellerin bleibt für den Inhalt verantwortlich und kann ihn widerrufen.

Brauchen Prüfende spezielle Software?

Sie brauchen einen Prüfdienst, der OpenID4VP unterstützt. Mit SAPIO prüfen sie im Browser, ohne eigene Integration.

Möchten Sie es mit Ihrem eigenen Nachweis sehen?

In 30 Minuten gehen wir Ihren Nachweistyp durch und zeigen Ausstellung und Prüfung live.