Micro-Credentials und die EU Digital Identity Wallet.

Micro-Credentials bescheinigen die Lernergebnisse kurzer Kurse. Die EU verlangt, dass sie übertragbar und überprüfbar sind, und die EU Digital Identity Wallet gibt allen Bürgerinnen und Bürgern einen Ort, sie aufzubewahren. Werden Micro-Credentials als verifizierbare Nachweise in Wallet-kompatiblen Formaten ausgestellt, lassen sie sich über Institutionen und Grenzen hinweg nutzen.

Aktualisiert · SAPIO GmbH

Was ein Micro-Credential ist

Ein Micro-Credential hält fest, was eine Person in einer kleinen, geprüften Lerneinheit erreicht hat: einem Kurzkurs, einem Modul oder einer beruflichen Weiterbildung. Die Ratsempfehlung von 2022 nennt die nötigen Angaben, darunter Lernende, Ausstellerin, Lernergebnisse, Arbeitsaufwand und Prüfungsform, und verlangt, dass der Nachweis der lernenden Person gehört und leicht zu teilen ist.

Die Position der Schweizer Hochschulen

Im Juni 2024 hat swissuniversities, die Rektorenkonferenz der Schweizer Hochschulen, ein gemeinsames Verständnis von Microcredentials veröffentlicht. Darin werden die Hochschulen ermutigt, Microcredentials in einem elektronischen Format auszustellen, das nach Möglichkeit mit den European Digital Credentials for Learning (EDC) kompatibel ist. Wer Schweizer Micro-Credentials auf dem europäischen Datenmodell aufbaut, macht sie für Institutionen und Wallets in ganz Europa lesbar.

Die Rolle der EUDI-Wallet

Nach der Verordnung (EU) 2024/1183 stellt jeder Mitgliedstaat eine EU Digital Identity Wallet bereit. Neben Identitätsdaten enthält sie elektronische Attributsbescheinigungen, zu denen auch Bildungsnachweise gehören. Ein in die Wallet ausgestelltes Micro-Credential kann jeder vertrauenden Stelle vorgewiesen werden, die es akzeptiert.

Was Institutionen vorbereiten sollten

  • Jeden Nachweis mit dem European Learning Model beschreiben, damit andere Institutionen ihn verstehen.
  • Formate und Protokolle wählen, die EUDI-Wallets unterstützen: SD-JWT VC mit OpenID4VCI und OpenID4VP.
  • Festlegen, welche Felder selektiv offengelegt werden können, etwa Noten oder Geburtsdatum.
  • Einen kleinen Pilot mit echten Lernenden durchführen, bevor die Wallets die ganze Bevölkerung erreichen.

Was SAPIO in diesem Bereich tut

SAPIO stellt Micro-Credentials mit diesen Standards aus und prüft sie. In der Hochschulallianz EU.ACE erhielten Lernende verifizierbare Nachweise in einer Wallet und wiesen sie zur unabhängigen Prüfung vor. Als Partner im Large Scale Pilot WE BUILD arbeitet SAPIO am Anwendungsfall Micro-Credentials und verifizierte Kompetenzen.

Fragen

Brauchen Lernende die staatliche Wallet, um ein Micro-Credential zu erhalten?

Nicht unbedingt. Jede Wallet, die dieselben Standards unterstützt, kann den Nachweis aufnehmen. Dank standardbasierter Ausstellung kann die lernende Person später in die nationale EUDI-Wallet wechseln.

Sind Micro-Credentials nur für Hochschulen?

Nein. Auch Weiterbildungsanbieter, Berufsverbände und Arbeitgeber stellen sie aus, für Kurse, Zertifizierungen und interne Schulungen.

Quellen

  1. Empfehlung des Rates vom 16. Juni 2022 zu einem europäischen Ansatz für Microcredentials (2022/C 243/02)
  2. Verordnung (EU) 2024/1183 über einen europäischen Rahmen für eine digitale Identität
  3. swissuniversities: Microcredentials – Gemeinsames Verständnis der Schweizer Hochschulen (Juni 2024)

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