Zeugnisse in swiyu: was Schweizer Schulen wissen müssen.
Zeugnisse in swiyu auszustellen heisst, dass eine Institution in der Wallet des Bundes unter ihrem eigenen, geprüften Namen erscheint und ihre Nachweise selbst signiert. Der Bund betreibt die Wallet und die Vertrauensinfrastruktur; alles, was Nachweise ausstellt, widerruft und pflegt, betreibt die Institution oder ein Anbieter in ihrem Auftrag. Der grösste Teil der Arbeit ist für eine Schule nicht technisch, sondern organisatorisch: welche Zeugnisse, wer sie unterzeichnen darf und wie Lernende an Bord geholt werden.
Wer was macht
Der Bund betreibt die swiyu-Wallet und die Vertrauensinfrastruktur dahinter und unterstützt nach eigenen Angaben weitere Behörden und Organisationen beim Ausstellen elektronischer Nachweise. Er stellt nicht im Namen einer Institution aus. Ausstellen, Widerrufen und Pflegen der Nachweise bleibt bei der Ausstellerin oder bei einem Anbieter, der diese Seite für sie betreibt.
Was Ihre Institution entscheidet
- Welche Zeugnisse zuerst kommen, zum Beispiel Kursbestätigungen, CAS-Diplome oder Micro-Credentials.
- Wer in der Institution das Ausstellen und Widerrufen von Nachweisen freigeben darf.
- Was jeder Nachweis aussagt und welche Angaben Lernende einzeln teilen können.
- Wie Lernende informiert und unterstützt werden, wenn sie die Wallet zum ersten Mal einrichten.
- Wie Arbeitgeber und andere Institutionen die Nachweise prüfen werden.
Was hinter einem Nachweis läuft
Hinter jedem Nachweis in swiyu stehen eine geprüfte Ausstelleridentität, Signaturschlüssel, die wie ein amtliches Siegel geschützt werden müssen, ein Ausstellungsdienst, der verfügbar ist, wann immer Lernende ihre Nachweise abholen, und ein veröffentlichter Status für Widerrufe. All das muss betrieben, abgesichert und aktuell gehalten werden, während sich die swiyu-Spezifikationen weiterentwickeln. Für die meisten Schulen ist das kein Gebiet, in dem sie eigenes Know-how aufbauen wollen.
Wo SAPIO ansetzt
SAPIO betreibt die Ausstellungsinfrastruktur für Institutionen und begleitet sie beim Onboarding und bei der Gestaltung der Nachweise, damit sich eine Schule auf die Entscheide oben konzentrieren kann. Im Oktober 2026 hat SAPIO den ersten verifizierbaren Nachweis in die swiyu-Wallet in der Sandbox des Bundes ausgestellt, mit der eigenen, in der swiyu-Vertrauensinfrastruktur registrierten Identität.
Fragen
Kann eine private Schule oder ein Weiterbildungsanbieter in swiyu ausstellen?
Der Bund betreibt nach eigenen Angaben die Vertrauensinfrastruktur und unterstützt weitere Behörden und Organisationen beim Ausstellen elektronischer Nachweise. Die Infrastruktur läuft derzeit als Public Beta; die Bedingungen für Ausstellende legt der Bund fest.
Brauchen wir dafür ein eigenes IT-Team?
Nein. Ein Anbieter wie SAPIO betreibt die Ausstellungsseite; die Institution entscheidet, was sie wem und wann ausstellt.
Ist ein in swiyu ausgestellter Nachweis auch in der EU nutzbar?
swiyu und die EU Digital Identity Wallet bauen auf derselben Familie von Standards auf: SD-JWT VC, OpenID4VCI und OpenID4VP. Ob eine prüfende Stelle in der EU einen Schweizer Nachweis akzeptiert, hängt davon ab, wem sie vertraut. Ein am European Learning Model ausgerichteter Inhalt bleibt auf beiden Seiten lesbar.